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Vorstellung Scott Ransom

 

 

 

Ransom, das heisst Lösegeld. Soll heissen, dass der Kauf eines Ransom vom Klammergriff der Kompromisse befreit

 

 

 

Niemand schränkt sich gerne ein. Aber jeder muss. Denn schließlich bringt jede Entscheidung gleichzeitigen Verzicht. Sie wissen schon: Gehe ich nach rechts, kann ich nicht nach links. Biken in Italien schließt Norwegens Fjorde aus. Starte ich mit dem CC-Racer, bleibt das Enduro zu Hause und die fiesen Trails tabu.

 

Dabei wär’s so schön: Hardtail-schnell auf dem Forstweg, dann mit 100 Millimetern für schnelles Geschlängel und technisches Klettern, schließlich mit Enduro-Federweg und flachen Winkeln verschlungene Fels- und Wurzeltreppen runter. Geht nicht? Noch nicht. Es dauert nämlich noch ein, zwei Monate, bis das fahrfertige Scott Ransom im Laden steht.

 

Das neue Kind von Scott-Entwickler Peter Denk will alle Grenzen einreißen, wofür Denk alle Register von Konstruktion und Werkstofftechnik zieht. So entstand bereits CR1-Carbon, das in Funktion und Haltbarkeit alle traditionellen Werkstoffe überragt. Und deshalb gibt’s das Genius, bei dem der Pilot vom Lenker aus drei völlig unterschiedliche Hinterbau-Charakteristiken wählen kann. Und das Ransom? Kombiniert beides mit langen Federwegen. Ein Carbon-Enduro – hält das?

 

Während die Bike-Welt noch gegen Faserverbundwerkstoffe argwöhnt, verweist Denk auf Formel-1-Boliden, die auch bei extremsten Belastungen auf den schwarzen Werkstoff vertrauen und dadurch exponentiell an Sicherheit gewonnen haben. Ganz zu schweigen davon, dass jeder Ferienflieger seine Passagiere auf Kohlefaser trägt. „Nur sind wir bei Konstruktion und Faserausnutzung viel weiter als diese vergleichsweise konservativen Bereiche!“ unterstreicht Denk. Und versichert, dass CR1-Carbon in der Ransom-Form schnellen und ruppigen Downhills und sogar Steinschlägen besser standhält als Alu oder Scandium. Wobei ihm nicht nur die Erfahrungen mit den aktuellen CR1-Rahmen Recht geben – siehe Carbonrahmentest MB Heft 8/05 – ,sondern auch knapp 30 Prozent Gewichtsvorteil an Hauptrahmen und Sitzstrebe gegenüber dem Alu-Ransom (1600 zu 2250 Gramm).

 

In der Top-Version wiegt das Scott Ransom damit schlanke 13,5 Kilo – bei 165 mm Federweg, großen Bremsen, dicken Reifen, stabilen Laufrädern und keinerlei Wegebeschränkung! Gilt das auch für den brutalen Bad Wildbader Steinacker-Downhill. „Kein Problem, so oft und so schnell du willst!“ Was das Ransom zum Hardcore-Enduro, fast zum Freerider von 13,5 Kilo stempelt– Respekt! Aber da war ja noch die Sache mit der Einschränkung: Nickt ein Bike mit solchen Federwegen auf ebenen Trails ohne Stufen und Wurzelteppiche nicht furchtbar auf und ab?

 

Um dies zu verhindern, arbeitet vorn eine Fox 36, die bekanntlich per Talas 40 von ihren 150 mm Federweg verlieren kann und dabei den 68° flachen Lenkwinkel auf trailige 70° moderiert. Die eigentliche Sensation fügt dann der superpfiffige Equalizer-Dämpfer bei.

 

Dazu zuvor ein paar Erklärungen. Ähnlich wie beim Genius bietet der Equalizer drei „TC“ (Traction-Control) genannte Federwegsoptionen: 165 mm, 100 Millimeter, blockiert. Wie geht das? Der Equalizer arbeitet mit zwei Positiv-Luftkammern, worin die Luft vom Dämpferöl via Trennkolben komprimiert wird. Was macht TC? Einfach Wege sperren. Stufe 1 mit 165 mm nutzt beide Luftkammern. Hier stellt der Fahrer auch den zu ihm passenden Sag (Negativ-Federweg) ein. Stufe zwei sperrt eine der beiden Kammern. In Folge drückt nur noch ein Trennkolben – Fläche halbiert – auf nur noch das halbe Kammervolumen. Dadurch verdoppelt sich der Gegendruck, wodurch sich der Sag verringert. So sackt etwa beim Klettern das Heck nicht nur weniger weit ein, sondern steht auch per Fingertipp von Beginn an höher – clever!

 

Beim Einfedern wiederum steigen Druck und Progression schneller. Noch immer nämlich drückt pro Federweg das gleiche Ölvolumen gegen die verbliebene Luftkammer (halbes Luftvolumen), wird also bei gleicher Einfederbewegung die noch genutzte Luftfeder stärker verdichtet. Wegen der enormen Progression ist somit bei 100 mm Schluss.

 

Oder einfach ausgedrückt: Vorn 110, hinten straffe 100 mm, steilerer Lenkwinkel, 13,5 Kilo, ein Trailbike mit solider Ausstattung! Geht’s auf Asphalt- oder Forstwegen entlang, lässt sich der Dämpfer dann sogar ganz sperren – ein solides Hardtail. Vielseitig, oder? Dabei laufen die großen Luftkammer- Dichtungen anders als bei üblichen Luftdämpfern im Öl – gutes Ansprechverhalten garantiert.

 

Es geht aber noch weiter! Beim Trailriding wünscht jeder eine lebendige Federung: wenig Dämpfung, viel Sensibilität, viel Grip, auch wenig Verlustleistung durch unnötige Hubarbeit. Wird der Weg bockiger, muss mehr Zugstufe her, sonst gibt’s Rodeo, wenn auch nicht gleich Abwürfe. Haarig wird’s nach einem Sprung. Hier braucht’s enorme Zugstufe, damit die Energie, die bei der Landung in die Federn gepumpt wurde, den Fahrer beim Rückfedern nicht aus dem Sattel schießt! Sie sehen, der Fahrer müsste beim Abstimmen Kompromisse eingehen, für alle drei Fälle spezielle Dämpfung einstellen.

 

Nicht so beim Ransom! Nicht genug damit, dass das Bike überhaupt für alle geschilderten Fälle gerüstet ist, es kommt auch mit einer Basiseinstellung der Dämpfung aus. Der Equalizer trägt ein patentiertes Zugstufenventil, das die Dämpfungskraft an die Federungsgeschwindigkeit anpasst. Oder kurz: Forstweg sensibel, Holperweg straffer, Sprung superstraff. Sie wollen noch eine Plattform? Einfach auf Knopfdruck zuschalten.

 

Angesichts all diesen Fortschritts erstaunt der umgelenkt abgestützte Eingelenker hinten. Peter Denk erklärt: „Langhubige Viergelenker und erst recht VPPs müssen auf einen bestimmten Sag ausgelegt werden, weil sich die virtuellen Drehpunkte bei starkem Einfedern ungünstig verschieben. Sobald dann am Berg durch die Gewichtsverlagerung mehr Sag entsteht, passt die komplette Kinematik nicht mehr. Ohne starke Plattformdämpfung fängt das Bike an zu wippen. Beim überdies supersensiblen Eingelenker hingegen steht der Drehpunkt unabhängig vom Sag optimal.“

 

Stimmt das alles, gab es wohl selten ein spannenderes Konzept. Sollte das Scott Ransom halten, was es verspricht, dürfte den Meistern um Peter Denk Besonderes gelungen sein: das vielseitigste Bike aller Zeiten.

 

 

 

Das Scott Ransom ist bei uns im Bike ´n Soul Shop als Leihrad zum Testen Verfügbar.

 



Anreise-Datum:


Zimmertyp (Pers./Zimmer):
1 PZ: 2 PZ:

3 PZ: 4 PZ:


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